Dance & History online 2027
"Neues von Terpsichore"
Europäische Tanzkultur
1600 - 1900
23. - 24. Januar 2027
eine Online-Tagung auf Zoom
(mit übersetzten Untertiteln)
Nach einer Pause wegen des großen Rothenfelser Symposiums haben wir für 2027 wieder eine Reihe von spannenden Beiträgen für unsere nächste Online-Tagung zusammengestellt. Diesmal haben wir unseren Horizont etwas erweitert und werfen auch einen Blick auf die Tanzgeschichte außerhalb des deutschsprachigen Raums.
Zunächst hören wir von tanzenden Kindern und ihrer Welt auf der Bühne im französischen Hofballett, anschließend begeben wir uns nach Halle und vertiefen uns in die Kontratanzbüchlein von Friedrich Gottlieb Nagel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Dass deutsche Kontratänze ihren Weg bis nach Norwegen fanden, hören wir im nächsten Vortrag. Mit einem Blick auf einige österreichische Volkstanzformen, die Nachfahren der damaligen Kontratänze sind, runden wir den Tag ab.
Der zweite Tag wird eingeleitet von einem neuen Blick auf die Schrittbeschreibungen der italienischen Tanzquellen um 1600. Der nächste Vortrag führt uns in die Welt der erzgebirgischen Bergwerke und berichtet uns von der Fest- und Tanzkultur der „Knappen“. Aus den Tiefen der Bergwerksstollen steigen wir anschließend empor zu den Höhen der Ballettbühne im 19. Jahrhundert, und begleiten die berühmte Ballerina Flora Fabbri auf ihrer Deutschlandtournee 1852. Den Abschluss bildet diesmal ein Interview mit Pierre François Dollé, der uns von seiner Arbeit an Operninszenierungen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne berichtet.
Abgerundet wird jeder Tag mit einer Diskussionsrunde der jeweiligen Referenten.
Die Beiträge werden mitgeschnitten und sind für registrierte Teilnehmer noch einen Monat auf YouTube abrufbar.
Die Sprache der Vorträge ist Deutsch, wir bieten diesmal aber die Zoomfunktion übersetzter Untertitel an (nach Wunsch z.B. in Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch).
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- über Internetplattform Zoom
- Präsentationen in Deutsch mit automatischen Untertiteln,
Übersetzung in mehrere Sprachen - Teilnahme kostenlos,
Spenden sehr willkommen
(z.B. 20 - 30 €)
- Registrierung erforderlich
begrenzte Teilnehmerzahl - Registrierte Teilnehmer haben nach der Tagung
noch vier Wochen Gelegenheit, Aufzeichnungen der Beiträge
auf unserem Youtubekanal zu sehen (ohne Zoom-Untertitel).
Samstag, 23. Januar 2027 |
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| 16:00 | Begrüßung | ||
| 16:10 | Tanzende Kinder im französischen (Hof-)Ballett (Gerrit Berenike Heiter) |
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| 17:00 | "Denen Liebhabern der Tantz-Kunst" - Friedrich Gottlieb Nagel und seine Tanzbüchlein (Birte Hoffmann-Cabenda) |
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| 17:40 | Pause | ||
| 18:00 | "West Coast Country Dance": Characteristische Englische Tänze in Bergen, Norwegen (Elisabeth Svarstad) |
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| 18:50 | Kontratänze in der österreichischen Überlieferung (Else Schmidt) |
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| 19:40 | Zusammenfassung des Tages | ||
| 20:00 |
Ende |
Sonntag, 24. Januar 2026 |
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| 16:00 | Begrüßung | ||
| 16:10 | „Auf welsche Art“ – Anmerkungen zu Tanzschritten des italienischen Stils um 1600 (Markus Lehner) |
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| 17:00 | Erzgebirgische Bergmannstänze – Zur Festkultur der bergmännischen Zünfte (Marco Rasch) |
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| 17:40 | Pause | ||
| 18:00 | Netzwerk zum Erfolg: Flora Fabbris Gastspiele auf deutschen Bühnen (1852) (Thierry Jaquemet) |
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| 18:50 | Was bedeutet Barockchoreografie heute? Barocktanz im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne (Pierre-François Dollé) |
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| 19:40 | Zusammenfassung des Tages | ||
| 20:00 | Ende |
Sa, 16:00 - 16:10 Uhr
Begrüßung und Technisches
Begrüßung der Teilnehmer, anschließend erfolgt eine kurze Einführung in das Thema des Tages.
Moderation: Birte Hoffmann-Cabenda, Giles Bennett, Markus Lehner
Technische Leitung: Roy Cabenda
Sa, 16:10 - 16:50 Uhr
Tanzende Kinder im französischen (Hof-)Ballett
Im 17. und frühen 18. Jahrhundert treten in französischen Hofballetten sowie in Balletten, die von rein professionellen Tänzern und Tänzerinnen aufgeführt werden, immer wieder Kinder auf. Es handelt sich einerseits um adelige Kinder und andererseits um Kinder aus Künstler- und Akrobatendynastien. In beiden Fällen müssen sie früh lernen, auf der gesellschaftlichen bzw. professionellen Bühne zu bestehen. Auch dramaturgische und darstellerische Notwendigkeiten – wie das Spiel mit Größenunterschieden oder die Darstellung von Amor, Putten, Dämonen, Satyren oder Genien, aber auch von ‘Zwergen’ oder einfach von Kindern als Kindern, wie sie in Dorfhochzeiten oft vorkommen – bedingen ihre Präsenz, wobei sie oft namentlich nicht genannt werden. Abbildung: Ballet Royal de la Nuit, livret,1653
Gerrit Berenike Heiter, Paris/Köln
Gerrit Berenike Heiter arbeitet aktuell an ihrem kumulativen Dissertationsprojekt der Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Ihre Forschungsarbeit beschäftigt sich mit europäischen Druckerzeugnissen zu Tanz von 1573 bis 1717. Sie unterrichtet Tanzgeschichte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mannheim. In ihrer künstlerischen Tätigkeit als Schauspielerin, Tänzerin und Pädagogin hat sie sich auf Körper- und Maskentheater, Commedia dell’arte, Barocktheater und historischen Tanz spezialisiert. Neben der Mitwirkung in barocken Musiktheaterprojekten ist sie im Rahmen zeitgenössischer Stücke zu sehen, die an der Schnittstelle zwischen Tanz, Musik, Performance und Theater stehen. Foto: © Sarah Robine
Sa, 17:00 - 17:40 Uhr
"Denen Liebhabern der Tantz-Kunst" - Friedrich Gottlieb Nagel und seine Tanzbüchlein
Friedrich Gottlieb Nagel (1727 - 1791), der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Tanzmeister an der Friedrichs-Universität in Halle wirkte, veröffentlichte in den 1760er Jahren mehrere Tanzsammlungen, hauptsächlich mit Anglaisen, eine aber auch mit Cotillons. Dieser Vortrag soll den Autor und seine Büchlein vorstellen sowie, auch mit Videobeispielen, einen Einblick in das darin enthaltene Tanzmaterial geben. Abbildung: Wikimedia Commons, Maskenball in Halle, ca. 1750
Birte Hoffmann-Cabenda

Birte Hoffmann-Cabenda ist Diplommathematikerin und Tanzleiterin. Sie hat jahrzehntelange Erfahrungen im Unterrichten und Rekonstruieren von Tänzen vergangener Epochen, vom 15. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Sie leitet die Tanzgruppe „Rossina“ in Hamburg, gibt regelmäßig Workshops und fungiert als Tanzmeisterin auf historischen Bällen im In- und Ausland. Daneben erforscht sie das Leben verschiedener Tanzmeister aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Foto: © Birte Hoffmann-Cabenda
Sa, 17:40 - 18:00 Uhr
Pause
Sa, 18:00 - 18:40 Uhr
"West Coast Country Dance": Characteristische Englische Tänze in Bergen, Norwegen

Das Tanzbuch „Characteristische Englische Tänze“ von Friederich Wilhelm Weis (1744–1826) ist eine der wenigen Sammlungen englischer Country-Tänze aus dem 18. Jahrhundert, die in norwegischen Archiven erhalten geblieben sind. Dieses Exemplar wurde aus dem Deutschen ins Dänische übersetzt und ist in wunderschöner Handschrift mit farbigen Tanznotationen verfasst. Wie es nach Bergen in Norwegen gelangte, lässt sich nur schwer sagen. Dennoch zeugt sein Vorhandensein von der Verbreitung von Tanzbeschreibungen aus Deutschland in die nordischen Länder und trägt zu unserem Verständnis der Tanzpraktiken in Norwegen im 18. Jahrhundert bei. Foto: Bergen University Library, The Special Collections
Elisabeth Svarstad, Oslo, Norwegen
Dr. Elizabeth Svarstad ist Tanzforscherin am Norwegischen Zentrum für traditionelle Musik und Tanz in Trondheim, Norwegen. Sie hat einen Doktortitel in Tanzwissenschaft von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU), einen Master-Abschluss vom Nordischen Masterstudiengang in Tanzwissenschaft und einen Bachelor-Abschluss in Tanz von der Norwegischen Ballettakademie. Als Spezialistin für Barocktanz ist sie als Tänzerin, Choreografin und Lehrerin für historische Tänze tätig. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift „Music and Tradition“ und Mitglied des Redaktionsbeirats des „Nordic Journal of Dance“. Foto: Nicolas Tourrenc
Sa, 18:50 - 19:30 Uhr
Kontratänze in der österreichischen Überlieferung
Agattanz, Maschkeratanz, Scharutscha, Tampet/Tempête, …
Im österreichischen Volkstanzrepertoire sind einige Kontratänze zu finden, auch wenn wir natürlich nicht als „Kernzone“ der Mehrpaartänze gelten können. Jedoch haben diese Tänze meist eine besondere Stellung: Die aus dem bürgerlichen Tanz übernommenen Formen konnten im Zusammenhang mit Faschingsbräuchen stehen, oder als Ehrentänze verwendet werden. Die aus der norddeutschen Überlieferung bekannte Tampet/Tempête dagegen ist wieder „zurück“ auf das Wiener Parkett gewandert. Der Beitrag zeigt anhand von einigen Formen Funktion und Wandel im Laufe der Volkstanzpflege in Österreich. Abbildung: Wikimedia Commons, Hochzeitgastmahl und Tänze im Bezirk Zell
Else Schmidt, Wien, Österreich

Else Schmidt ist in Wien geboren und in der österreichischen Volkstanzpflege aufgewachsen. Sie studierte Musik und Mathematik, sowie Klavierpädagogik. Sie ist Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz Wien sowie 2. Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Österreichischer Volkstanz. Als Pädagogin widmet sie sich besonders intensiv der Vermittlung von Tanz und Musik.
Am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien hat sie einen Lehrauftrag für Bewegungs- und Tanzpraktikum inne, der angehende Musiklehrerinnen und -lehrer in verschiedene Tanztraditionen einführt. Daneben ist sie auch in der Tanzforschung tätig. Foto: Herbert Zotti
Sa, 19:40 - 20:00 Uhr
Zusammenfassung des Tages
Die Referenten des Tages treffen sich mit der Moderation zu einem abschließenden Gespräch über das Tagungsthema. Dabei gibt es nochmal die Gelegenheit für die Teilnehmer Fragen zu stellen und mit den Referenten ins Gespräch zu kommen.
Moderation: Birte Hoffmann-Cabenda, Giles Bennett, Markus Lehner
So, 16:00 - 16:10 Uhr
Begrüßung und Technisches
Begrüßung der Teilnehmer, anschließend erfolgt eine kurze Einführung in das Thema des Tages.
Moderation: Birte Hoffmann-Cabenda, Giles Bennett, Markus Lehner
Technische Leitung: Roy Cabenda
So, 16:10 - 16:50 Uhr
„Auf welsche Art“ – Anmerkungen zu Tanzschritten des italienischen Stils um 1600
Der „welsche“, d.h. italienische, Renaissancetanzstil war im deutschsprachigen Raum nicht unbekannt. Schon vom Humanisten und Nürnberger Ratsherrn Willibald Pirckheimer wird 1507 berichtet, dass er im Fasching auch italienisch tanzte, und im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert wirkten eine Reihe von italienischen Tanzmeistern an den österreichischen Fürstenhöfen. Aus seiner Zeit am Hof Rudolfs II. stammt zum Beispiel Evaristo Papazzones Gagliardenmanuskript (1575). Auch in den deutschen Musikdrucken der Zeit finden sich zahlreiche „welsche“ Tanzstücke. Die Lehrbücher von F. Caroso, C. Negri und E. Santucci geben uns einen guten Einblick in diesen Stil, aber auch nach über 50 Jahren Forschung sind viele Detailfragen zur Rekonstruktion ungeklärt. Diese Präsentation wirft noch einmal einen Blick auf einige der wichtigsten Rekonstruktionsfragen zum Schrittrepertoire und demonstriert Lösungsvorschläge. Abbildung: Wikimedia Commons, Ballerini Milanesi
Markus Lehner, Herrsching
Markus Lehner unterrichtet seit 1984 historischen Tanz mit dem Schwerpunkt Renaissance. Seine Tätigkeit im Bereich der Tanzforschung führte 1997 zur Veröffentlichung des „Manual of Sixteenth-century Dance Steps in Italy“. 2026 organisierte er zum sechsten Mal das internationale Symposium für Historischen Tanz auf Burg Rothenfels unter dem Titel ""Transitions" - Tanz im Wandel der Zeit, 1400 - 1900“. Er ist Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins Dance & History e.V., der Forschung und Wissensvermittlung im Bereich des Historischen Tanzes fördert. Foto: © Markus Lehner
So, 17:00 - 17:40 Uhr
Erzgebirgische Bergmannstänze – Zur Festkultur der bergmännischen Zünfte
Die seit dem Hochmittelalter nachweisbaren bergmännischen Bruderschaften und Zünfte entwickelten eine eigenständige Festkultur, zu der auch Tänze und Tanzspiele, hauptsächlich Reigen- und Schwerttänze, gehörten. Mit Fokus auf das Erzgebirge geht dieser Beitrag den Spuren der „Knappentänze“ vom Mittelalter bis zum Abbruch ihrer Überlieferung nach und fragt nach ihrer Einbindung in den Berufsalltag und in die bergmännische Repräsentationskultur. Analysiert werden zudem die geografischen Verflechtungen der über Jahrhunderte für den weltweiten Bergbau bedeutenden Region, um so Rückschlüsse von überlieferten Tanztraditionen aus anderen Gegenden auf das Erzgebirge ziehen zu können. Abbildung: Wikimedia Commons: Annaberger Flügelaltar, Mittelteil
Marco Rasch, Chemnitz

Studium der Klassischen Archäologie und Kunstgeschichte, anschließend Promotion über die Historie des Luftbildwesens in Deutschland. Als Projektmitarbeiter u.a. tätig gewesen im Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Archiv der deutschen Jugendbewegung, Kunsthistorischen Institut in Florenz und Hessischen Staatsarchiv Marburg. Derzeit stellvertretender Leiter des Fördervereins Himmelfahrt Fundgrube Freiberg e.V. Tänzerisch aktiv in verschiedenen Gruppierungen, die sich Tänzen ab der Barockzeit widmen. Schwerpunkt in Forschung und eigener Lehrtätigkeit im Hochschulsport, bei Workshops und auf Bällen ist der Tanz des 19. Jahrhunderts. Foto: © Marco Rasch
So, 17:40 - 18:00 Uhr
Pause
So, 18:00 - 18:40 Uhr
Netzwerk zum Erfolg: Flora Fabbris Gastspiele auf deutschen Bühnen (1852)
Nach sieben Jahren als Solistin der Pariser Opéra zog die italienisch-französische Ballerina Flora Fabbri (1822-1880) ein knappes Jahr durch deutsche Länder. Ihr Ruf als eine der damals besten Tänzerinnen eilte ihr voraus. Mit Spannung wartete die Presse auf kritische Vergleiche mit lokal ansässigen Tanzikonen wie Fanny Elssler oder Lucile Grahn.
Wie begegnete Fabbri den hohen Erwartungen? Mit welcher Strategie behauptete sie sich in diesem ihr fremden Gebiet? Nach einem Überblick über Fabbris Hintergrund liefert dieser Beitrag einen Eindruck der Gastspieltätigkeit einer internationalen Ballerina auf deutschen Bühnen. Abbildung: New York Public Library
Thierry Jaquemet, Dielsdorf, Schweiz

Thierry Jaquemet liess sich an der Zürcher Hochschule der Künste zum klassischen Bühnentänzer ausbilden. Im Anschluss war er Mitglied des ungarischen Nationalballetts in Győr und dann Halbsolist beim Ballett des Josef-Kajetán-Tyl-Theaters in Pilsen (Tschechien).
Nach seinem Rückzug von der Bühne vertiefte er sein Interesse für Tanzgeschichte mit einem Fellowship an der Houghton Library der Harvard University. Noch während seiner aktiven Tanzkarriere publizierte er die erste Biografie Flora Fabbris unter dem Titel "Flora Fabbri: Eine Kämpferin trägt Tüll". Foto: Irena Štěrbová
So, 18:50 - 19:30 Uhr
Was bedeutet Barockchoreografie heute ? Barocktanz im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne

Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Neuschöpfung lässt Pierre-François Dollé den Barocktanz in einen Dialog mit unserer heutigen Sichtweise treten. Als Choreograf und Tänzer, der auf historische Tänze spezialisiert ist, wirkt er unter anderem an der Opéra Royal des Schlosses von Versailles, wo er das Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts zu neuem Leben erweckt. Doch historische Rekonstruktion bedeutet nicht bloße Nachahmung: Sein Ansatz stützt sich auf historische Quellen, lässt dabei aber Raum für Fantasie, körperliche Freiheit und eine zeitgenössische choreografische Handschrift. Wie lässt sich heute mit den Gesten von einst tanzen? Im Wechselspiel von Werktreue, Erfindungsreichtum und Freiheit vermittelt er uns seine Vision eines lebendigen, nuancenreichen und entschieden zeitgenössischen Barocktanzes. Foto: © Pierre-François Dollé
Pierre-François Dollé, Paris, Frankreich

Pierre-François Dollé ist Choreograf, Tänzer, Pädagoge und Forscher sowie Spezialist für historische Tänze. Nach seiner Ausbildung an der Musikhochschule Köln war er zunächst als Solotänzer in Deutschland und England tätig, bevor er sich ab 2005 auf historisches Repertoire spezialisierte. Er arbeitet unter anderem mit Ensembles wie Les Arts Florissants, Le Poème Harmonique und Les Jardins Chorégraphiques zusammen. Als Gründer der Compagnie HéliosKine verfolgt er einen Ansatz, der historische Forschung mit zeitgenössischer Kreation verbindet. Seit 2022 arbeitet er eng mit Château de Versailles Spectacles zusammen; dort choreografiert er sowohl Opern (darunter *Platée*, *Polifémo*, *Ariodante* und *Pygmalion*) als auch Veranstaltungen wie die *Sérénades Royales*, den *Parcours du Roi* und die *Fêtes Galantes*. Zudem koordiniert er die Akademie für Barocktanz an der Opéra Royal de Versailles. Foto: Annie Gilbert
So, 19:40 - 20:00 Uhr
Zusammenfassung des Tages
Die Referenten des Tages treffen sich mit der Moderation zu einem abschließenden Gespräch über das Tagungsthema. Dabei gibt es nochmal die Gelegenheit für die Teilnehmer Fragen zu stellen und mit den Referenten ins Gespräch zu kommen.
Moderation: Birte Hoffmann-Cabenda, Giles Bennett, Markus Lehner
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